Marie Mongan beschreibt, wie sich die Geburt im Laufe der Geschichte von einem natürlichen, weiblich geführten Vorgang hin zu einem medizinisch kontrollierten Ereignis entwickelt hat. In früheren Zeiten war Geburt ein ganz normaler Teil des Lebens – sie fand zu Hause statt, im vertrauten Kreis von Frauen, unterstützt von Hebammen. Frauen gebaren instinktiv und mit Vertrauen in ihren Körper.
Mit der Zeit – besonders ab dem 17. und 18. Jahrhundert – verlagerte sich die Geburt zunehmend in die Hände der männlich dominierten Medizin. Männer, die bis dahin von Geburten ferngehalten wurden, begannen als Geburtshelfer und später als Ärzte einzugreifen. Die Geburt wurde mehr und mehr zu einem medizinischen „Fall“ erklärt. Hebammen verloren an Einfluss, Hausgeburten wurden seltener, und es entstanden immer mehr Krankenhäuser, in denen Frauen unter Anweisungen litten, anstatt selbstbestimmt zu gebären.
Mongan kritisiert, dass diese Entwicklung Frauen zunehmend entmündigte. Statt sich auf ihre Intuition und die Kraft ihres Körpers zu verlassen, wurden sie zu passiven Patientinnen, die auf Anweisungen von außen warteten. Schmerzmittel, Zwangslagen, Instrumente und operative Eingriffe ersetzten das Vertrauen in den natürlichen Prozess. Dieser Wandel führte auch dazu, dass viele Frauen heute Angst vor der Geburt haben – ein Zustand, der aus Sicht von Mongan nicht natürlich, sondern kulturell bedingt ist.
Ihr Appell: Wir sollten uns an das alte Wissen erinnern – daran, dass Geburt eine ureigene, weibliche Fähigkeit ist, die nicht medizinisiert, sondern respektiert und unterstützt werden sollte.