Phasen der Geschichte der Geburt
In früheren Gesellschaften war Geburt ein normaler, respektierter Teil des Lebens.
Sie fand meist zu Hause statt, begleitet von erfahrenen Hebammen und anderen Frauen.
Frauen waren aktiv, selbstbestimmt und vertrauten auf ihre körpereigenen Fähigkeiten.
Ab dem 17./18. Jahrhundert begannen Männer, in die Geburtshilfe einzudringen – zunächst als Geburtshelfer, später als Ärzte.
Geburt wurde zunehmend „vermedizinischt“ und in die Obhut von Institutionen (Spitälern) überführt.
Traditionelles Hebammenwissen wurde abgewertet oder sogar verdrängt.
Frauen verloren ihre aktive Rolle bei der Geburt und wurden zu passiven „Patientinnen“ gemacht.
Entscheidungen trafen nun meist Ärzte; Frauen galten als „nicht kompetent“ genug, ihren eigenen Körper zu verstehen.
Die Geburt wurde von einem selbstbestimmten Erlebnis zu einem von außen kontrollierten Ereignis.
Routinemäßiger Einsatz von Schmerzmitteln, Zwangslagen (z. B. Rückenlage), Instrumentengeburt und Kaiserschnitt.
Der natürliche Rhythmus der Geburt wurde oft unterbrochen oder gestört.
Diese Eingriffe führten häufig zu einem Verlust des Körpervertrauens bei der Gebärenden.
Geburt wurde mit Schmerz, Gefahr und Kontrollverlust assoziiert.
Viele Frauen entwickelten über Generationen hinweg Angst vor der Geburt – ein kulturell geprägter Zustand, nicht biologisch notwendig.
Diese Angst trägt zum bereits erwähnten Angst-Anspannung-Schmerz-Syndrom bei.
Mongan fordert ein Umdenken: Frauen sollen sich wieder mit ihrer inneren Stärke, ihrer Intuition und ihrem natürlichen Wissen verbinden.
Geburt kann wieder zu einer positiven, selbstbestimmten Erfahrung werden – wenn wir kulturelle Prägungen hinterfragen und Vertrauen in die Natur des Körpers zurückgewinnen.
