Liebe Mama,
du hast dein Kind durch eine Bauchgeburt zur Welt gebracht.
Vielleicht war es geplant, vielleicht kam alles ganz anders, als du es dir gewünscht hast.
Vielleicht hattest du Zeit, dich darauf einzustellen – oder du wurdest von der Wucht des Moments überrollt.
Vielleicht fühltest du dich kraftvoll und klar. Vielleicht ohnmächtig, überfordert, leer.
Vielleicht alles zugleich.
Was auch immer du erlebt hast – bitte nimm diesen einen Satz in dein Herz:
Du hast geboren.
Du hast dein Kind getragen, geliebt, gehalten – und durch deinen Körper hindurch auf diese Welt gebracht.
Nicht weniger. Nicht leichter. Anders.
Eine Bauchgeburt ist nicht „die andere Geburt“.
Sie ist ein Übergang. Eine Schwelle.
Ein Moment, in dem dein Körper geöffnet wurde – Schicht für Schicht – und gleichzeitig so viel Tieferes mitberührt wurde:
deine Kraft, deine Verletzlichkeit, deine Liebe, deine Angst, deine Seele.
Aus spiritueller Sicht ist jede Geburt ein heiliges Portal. Der Moment, in dem eine Seele ankommt, ins Leben tritt, zum ersten Mal atmet. Und dieser Moment geschieht auch dann, wenn du unter Narkose lagst. Auch dann, wenn du kaum etwas erinnern kannst. Auch dann, wenn es nicht so war, wie du es dir erträumt hattest.
Denn die Geburt geschah.
Durch dich. Mit dir.
Eine Bauchgeburt hinterlässt oft mehr als eine Narbe auf der Haut.
Sie kann feine Linien im Inneren ziehen – dort, wo Energie geflossen ist, wo plötzlich etwas aufbrach, wo du vielleicht das Gefühl hattest, zu schnell loslassen zu müssen.
Es kann sein, dass dein Herz noch sucht, was dein Körper schon getan hat. Dass dein inneres Erleben noch hinterherkommt.
Dass etwas in dir nach Berührung ruft – nicht nur körperlich, sondern seelisch.
Bitte sei sanft mit dir.
Lass dir Zeit.
Du darfst trauern, wenn etwas anders war, als du es dir gewünscht hast.
Und du darfst gleichzeitig stolz sein – auf dich, auf deinen Körper, auf deine Liebe.
Denn du hast geboren.
Du warst das Portal.
Du bist die Schwelle gewesen, durch die neues Leben getreten ist.
Mit all meiner Achtung und Wärme,
für dich,
für deinen Weg,
für deine Geburt.
In Verbundenheit,
eine, die dich sieht.